Was haben Digitalisierung, eine Pandemie und zwei Pinguine gemeinsam?

Was haben Digitalisierung, eine Pandemie und zwei Pinguine gemeinsam?

Mit diesem Blog gehe ich bereits seit einigen Tagen „schwanger“. Dann trat diese Woche unsere Bundesbildungsministerin vor die Kamera und traf u.a. folgende Aussage „…Wir haben im letzten Jahr den Digitalpakt Schule unter ganz anderen Voraussetzungen auf den Weg gebracht…“. Sehr geehrte Frau Karliczek, von welchen „anderen Voraussetzungen“ sind Sie denn ausgegangen? Vor meinem geistigen Auge taucht unwillkürlich das Horrorszenario eines Reliktes aus den 90ern auf: Das Computerkabinett! Potenzielle Nutzer tragen ihre gewünschten (und hoffentlich freien) Rechnerzeiten in ausliegende Papierlisten(!) ein, um sich in Stadt und Land mit quälend langsamen Internetverbindungen herumzuärgern. An dieser Stelle holt uns dann auch wieder die Diskussion um die scheinbar nicht notwendige Internetverbindung an der Milchkanne ein. Bei allem notwendigen Optimismus, aber bis wann wollten Sie den Digitalpakt Schule umgesetzt wissen? Bei der aktuellen Geschwindigkeit ist der avisierte Zeitplan bis 2024 unmöglich umzusetzen. Aus der freien Wirtschaft wissen wir, dass es nicht ausreicht, Budgets bereitzustellen; Ressourcen- und Fachkräftemangel sind nicht selten Show-Stopper für ambitionierte Projekte. Es wird Zeit, dass eine moderne Bildung und Ausbildung in diesem Land mit entsprechend notwendiger Priorität behandelt wird. Erklärungen für nicht erfolgte Umsetzung oder gar einem Scheitern und den uns bereits bekannten Schuldzuweisungen zwischen den Institutionen sind dabei wenig hilfreich.

Wirtschaftsunternehmen in Deutschland mussten sich in der Vergangenheit häufig anhören, sie würden der Digitalisierung im internationalen Vergleich nicht standhalten; bis zum Frühjahr 2020. Mit der Verhängung des Lockdowns mussten die IT-Abteilungen Überstunden und Wochenendschichten leisten, um die Flut an Aufgaben zu bewältigen. Mobile Endgeräte mussten in Rekordzeit eingerichtet und ausgehändigt bzw. teilweise auch persönlich ausgeliefert werden, damit die Fachabteilungen von zu Hause aus weiter arbeiten konnten. Lieferengpässe der oftmals chinesischen Hardwarehersteller während der Pandemie kamen erschwerend hinzu. Unzähligen „stillen Helden“ ist es zu verdanken, dass die Wirtschaft in unserem Land entgegen einiger Prognosen nicht zum Erliegen kam. Es bleibt zu hoffen, dass wir die Vorteile des mobilen Arbeitens auch über die Pandemie-Zeit hinaus anerkennen und ein Stück weit beibehalten. Liebe Unternehmer und Chefs: traut euren Mitarbeitern zu, dass Sie auch außerhalb des Firmengeländes für das Unternehmen produktiv und verantwortungsvoll sind. Patriarchische Mitarbeiterführung ist ein Relikt aus der Zeit des Deutschen Wirtschaftswunders.

Und dann waren da noch Edward und Annie, zwei neugierige Pinguine im Chicagoer Zoo. Wegen der Schließung des Zoos im Corona-Lockdown nutzen das Pärchen die Gunst der Stunde und machten sich auf den Weg über das Zoogelände. Unvergesslich, die Videoaufnahmen von den Beiden bei der Besichtigung des Aquariums. Über soviel Interesse staunten scheinbar selbst die Fische auf der anderen Seite der Glasscheibe, aber auch die Tierpfleger nicht schlecht. Ein Pinguinpärchen als viraler Hit in einer Zeit großer Veränderungen. Aber dazu vielleicht beim nächsten Mal mehr…

Bleiben Sie gesund

Ihr

Carsten Maßloff

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