Eine Großstadt im Klimanotstand – eine Zwischenbilanz nach 12 Monaten

Rückblende: Am 2. Mai 2019 wird am Bodensee ein (symbolisches) Leuchtfeuer entzündet: Konstanz als erste deutsche Stadt ruft den Klimanotstand aus. Weitere Städte folgten. Neben kleineren Kommunen, wie Herne, Ludwigslust und Wolfratshausen haben sich auch größere Kommunen entschieden, diesen Weg zu beschreiten; Köln, Leipzig, Düsseldorf und München seien hier stellvertretend für eine Bewegung (besser: Trend) genannt, dem sich in dem Corona-Jahr bisher lediglich 4 weitere Städte angeschlossen haben. Statistisch berechnet, standen knapp 70% dieser Kommunen weniger als 12 Monate vor einer Kommunalwahl. Subjektiv betrachtet, könnte der Eindruck entstehen, dass einige Kommunen vom Stadtmarketing die Empfehlung bekamen, den Klimanotstand auszurufen. Aber das ist rein spekulativ und sicherlich eher fiktiv. Und aktuell stehen wichtigere Themen auf der Agenda unserer Stadtfürsten; zum Beispiel wie in den Schulen coronafreier Unterricht gewährleistet werden kann. Stand das tatsächlich auf der Agenda? Dann doch zumindest, wie eine CO2-freie Mobilität in unseren Städten gefördert wird? Da bin ich mir wiederum auch nicht so sicher. Wissen Sie, was sich hinter der Abkürzung PAngV verbirgt? Das ist die in Deutschland gültige Preisangabenverordnung. Mit dieser Verordnung soll sichergestellt werden, dass der Verbraucher vor Kauf eines Produktes (oder einer Dienstleistung) den Gesamtbruttopreis kennt. Soviel Verbraucherschutz ist notwendig und richtig. Wir Verbraucher kennen die großen neonbeleuchteten Preistafeln an jeder Tankstelle. Auf dieser Preistafel wird ein Literpreis pro Kraftstoff aus fossilen Energieträgern (Öl und Gas) beziffert. Der Verbraucher sollte meinen, dass ein ähnliches Prinzip auch bei den Elektro-Ladesäulen vorzufinden ist. Dem ist nicht so! Tatsächlich erfährt der Fahrer eines Elektrofahrzeugs in den häufigsten Fällen den Gesamtbruttopreis auf *Trommelwirbel* seiner Kreditkarten- bzw. Tankkartenabrechnung nach dem Ladevorgang. Dies ist gelebte Praxis und kein Einzelfall. Wir können trefflich streiten, ob Elektromobilität DIE Mobilität der Zukunft ist oder nur eine Zwischenlösung. Aber wer den Erfolg einer Technologie erwartet, muss für Rahmenbedingungen sorgen, um ein Scheitern zu verhindern. Wir werden sicherlich bald erfahren, wie sich die Rahmenbedingungen weiter verändern werden. Eine Teslafabrik in unserem Land sollte ein Garant sein, für mehr Dynamik zu sorgen; sowohl bei den deutschen Autobauern, als auch bei der derzeit noch unzureichenden Infrastruktur. Aber dazu vielleicht beim nächsten Mal mehr…

Bleiben Sie gesund

Ihr

Carsten Maßloff

Sept. 2020

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